Wie man die Produktionskosten eines mechanischen Bauteils berechnet
Material + Maschinenstunden reicht nicht: Die echten Kosten eines mechanischen Bauteils haben mindestens 8 Positionen. Wer auch nur zwei davon vergisst, arbeitet mit Verlust ohne es zu wissen.
Die 8 Positionen der Produktionskosten
Die vollständigen Kosten eines mechanischen Bauteils setzen sich zusammen aus: Material (Rohteil, nicht fertig), Maschinenzeit (Zyklus × Stundensatz), auf die Menge umgelegtes Setup, direkte Personalkosten nicht im Maschinensatz enthalten (Be-/Entladen, Kontrollen), Werkzeuge (Wendeschneidplatten, Fräser, verschlissene Bohrer), externe Behandlungen (Härten, Anodisieren, Schleifen bei Fremdvergabe), Qualitätskontrolle und Zertifizierungen, Anteil Ausschuss und Nacharbeiten.
- ■ Material: Rohgewicht × €/kg + eventuelles Mindestbestellmenge beim Lieferanten
- ■ Maschine: Zykluszeit × realer Stundensatz (siehe unseren speziellen Leitfaden)
- ■ Setup: Rüstzeit × Stundensatz / Losgröße
- ■ Werkzeuge: Kosten Wendeschneidplatten und Fräser ÷ Teile pro Nachschärfung/Standzeit
- ■ Behandlungen: Preis des Fremdvergebers + Transport + Verwaltungszeit
- ■ Qualität: Zeit für KMG oder manuelle Kontrollen, Messberichte falls gefordert
- ■ Ausschuss: physiologische Quote (1-3% bei ausgereiften Bearbeitungen, mehr bei ersten Losen)
- ■ Gemeinkostenumlage Vertrieb: Zeit für Angebotserstellung, Auftragsabwicklung, Rechnungsstellung
Der Fehler des 'Material + Stunden'
Die verbreitetste Abkürzung ist nur Material und Maschinenstunden zu rechnen und alles andere mit einer 'großzügigen' Marge abzudecken. Das Problem: die versteckten Positionen sind nicht proportional zu den Stunden. Ein einfaches Teil mit zertifiziertem Messprotokoll kann mehr Qualitätskosten als Bearbeitungskosten haben. Ein Titan-Teil hat dreifachen Werkzeugverschleiß gegenüber demselben Teil in Aluminium.
Ergebnis: bei manchen Aufträgen ist die 'großzügige' Marge tatsächlich negativ, und das sind genau die, die der Kunde gerne nachbestellt.
Losgröße 1 vs Losgröße 100: zwei Welten
Beim Einzelteil dominieren Setup und Verwaltung (oft 50-70% der Kosten). Bei Losgröße 100 dominieren Maschinenzyklus und Material. Deshalb können sich die Stückkosten leicht zwischen 1 und 100 Teilen halbieren — und eine gestaffelte Preisliste ist kein Preisnachlass, sondern Kostenrechnung.
Strukturiere die Kalkulation, dann automatisiere
Der praktische Rat: erstelle eine feste Kalkulationsstruktur mit allen 8 Positionen, auch wenn manche null sind. Das zwingt dich jedes Mal zu fragen 'gibt es eine Behandlung? gibt es eine Sonderkontrolle?' statt es nach Auftragseingang zu entdecken.
MachinePilot implementiert genau diese Struktur: jedes Angebot zeigt die vollständige Aufschlüsselung pro Operation — Material, Zyklus, Setup, Werkzeuge — mit in Echtzeit berechneter Marge und automatischen Mengenstaffeln auf 5 Stufen. Jede Position ist mit manuellem Override änderbar, und das finale PDF zeigt dem Kunden nur was du zeigen willst.